Das Tarifdilemma um LTE

Mit soll es nun in die Zukunft gehen. Der neue Standard für das erreicht neue (theoretische) Geschwindigkeitsrekorde und wird dank der deutschen Telekom und dem neuen 5 und anderen LTE-fähigen Geräten einer breiten Öffentlichkeit bekannt und zugänglich.

In Deutschland ist die Telekom zunächst der einzige Anbieter für LTE. Grundsätzlich lässt sich das jetzt bis zu 100m/bit schnelle mobile Internet für knapp €10 zu jedem bereits bekannten Tarif hinzufügen. Die soll dabei kein Problem sein. Große Kräne an noch größeren versprechen, dass die Versprechen der Abdeckungs-Landkarte konkret werden und der Ausbau tatsächlich begonnen hat und zum Teil schon abgeschlossen ist. Das neue, schnelle Internet beschränkt sich also nicht bloß auf Großstädte, sondern gerade durch jüngste Initiativen, das Internet überall zur Verfügung zu stellen findet sich das schnelle Internet besonders in Ländlichen Gegenden zuerst.

Problematisch hingegen ist die Mischung des neuen Hochgeschwindigkeitsnetzes mit einem altbekannten Problem. Die sogenannte „Flatrate-Lüge“. Statt pro erbrachter Endleistung zu bezahlen kam das Konzept der „Flatrate“, also grob übersetzt des Festpreises, schnell in Mode. Vor allem Geprägt durch die häuslichen DSL Anschlusses übertrug man das Konzept zur besseren Transparenz und Kostenkontrolle auch auf den mobilen Internetmarkt.

Hier jedoch mit einem kleinen Unterschied: statt, wie man es bisher gewohnt war, zu einem Festpreis unbegrenzt Daten hoch- und herunterladen zu können, wurde eine Volumengrenze eingeführt. Sind genug Datenpakete über die Leitung geflossen, wird die Gedrosselt. Diese Tatsache ist so heftig diskutiert und umstritten, dass sie einen eigenen Blogeintrag füllen könnte. Daher möchte ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Nun kommt das neue, schnelle LTE ins Spiel. Man bewirbt die große Geschwindigkeit, doch ist diese nur nutzbar, bis das Volumen aufgebraucht ist. Danach wünscht man sich schnell einen Hotspot oder ein altes ISDN Modem zurück. Skurril wird das ganze jedoch, wenn man auf die Vertragsoptionen der Telekom schaut. So liegt das Volumen im günstigsten Tarif, der LTE erlaubt, bei 600MB. Rechnerisch wäre demnach bereits nach 48 Sekunden Dauerbetrieb bei höchstmöglicher Bandbreite bereits Ende. Das Volumen ist erschöpft und der Benutzer wird bis zur nächsten Monatsrechnung gebremst. Knapp €10 extra im Monat also für 48 Sekunden Zukunft.

Natürlich ist das ganze etwas pathetisch. In höheren Tarifen, bei denen das Hinzubuchen von LTE ebenfalls nur knapp € 10 kostet, wachsen die Volumina bis auf 30GB pro Monat an. Dennoch wird deutlich, dass es im kleinsten Tarif wenig sinnvoll ist und lediglich dazu dient, einmal Zukunft schnuppern zu dürfen – oder wenigstens über das 48-Sekunden-Erlebnis reden zu können.

Dieser Beitrag wurde unter Mobile abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.